Giftpflanzen für Pferde, hier ist Vorsicht geboten!
Giftige Pflanzen für Pferde sind das Kreuzkraut zu dem auch das Johanniskreuzkraut zählt.

Giftpflanzen für Pferde, hier ist Vorsicht geboten!

Wissen Sie, welche Pflanzen für Ihr Pferd giftig sind? Nein? Dann sind Sie hier genau richtig. In diesem Artikel werden Ihnen die giftigen Pflanzen für Pferde gezeigt und was Sie beachten müssen, um Ihr Pferd zu schützen!

Das Gute vorweg!

Ihr Pferd ist in der Lage Giftpflanzen zu erkennen und verschmäht deren Aufnahme. Allerdings kann es bei knappen Futterangebot dazu kommen, dass Ihr Pferd die Giftpflanzen nun doch aufnimmt, da keine anderen Ressourcen mehr auf der Weide vorhanden sind. In einem solchen Fall sollten Sie umweiden oder den Pferden Raufutter zur Verfügung stellen. Bei unerfahren Jungtieren kann es zur Aufnahme von toxischen Pflanzen kommen. Deshalb sollten Sie Ihr Jungpferd auf einer vorher überprüften Weide halten. Ein weiteres nicht erkennen von giftigen Pflanzen bei Pferden kann vorkommen, wenn diese aus dem Ausland stammen und den Pferden somit vorher nicht bekannt waren.

Giftpflanzen, die im Heu oder auf der Weide vorkommen können:

Diese Pflanzen können während der Heu- oder Heulageproduktion ins Futter gelangen. Die Giftpflanzen werden von Ihrem Pferd im Raufutter nicht erkannt und mitaufgenommen. Die gezeigten Pflanzen behalten ihre Toxizität auch nach mehrmonatiger Lagerung bei.

Adlerfarn „Pteridium aquilinum

Giftpflanzen PferdAdlerfarn ist giftig für Pferde.

Die gesamte Pflanze enthält für Ihr Pferde giftige Komponente. Pferde reagieren auf das Gift mit Ataxien und Herzrhythmusstörungen. Durch ein Enzym im Adlerfarn wird ein Thiaminmangel ausgelöst, der die beschriebenen Symptome auslöst. Eine Vergiftung folgt nach einer Aufnahme von Adlerfarn über ein bis zwei Monate über das Raufutter. [1]

Adonisröschen „Adonis aestivalis

giftige Pflanzen für PferdeDas Adonisröschen ist giftig für Pferde und wird manchmal versehentlich mit ins Raufutter eingearbeitet.

Auch hier ist die gesamte Pflanze giftig für Ihr Pferd. Es kann bei Ihrem Pferd zu Schleimhautreizungen und Herzrhythmusstörungen führen. ❌ Es hat auch schon zu Todesfällen geführt, bei den die Pferde 24 – 48 Stunden nach der Aufnahme des Adonisröschen über das Raufutter Koliksymptome zeigten. [2]

Gundermann „Glechoma hedeasea

Giftpflanze PferdVergiftungen mit dem Gundermann sind beim Pferd eher selten.

Die gesamte Pflanze enthält giftige Anteile, die Vergiftungssymptome sind Erregung, Zittern und Schleimausfluss. Pferde meiden die Pflanze auf der Weide, da sie bitter schmeckt. Doch im Raufutter wird sie teilweise mit aufgenommen. [3]

Herbstzeitlose „Colchicum autumnale“

giftige Pflanzen für Pferde Die Herbstzeitlose ist sehr giftig für Pferde.

Auch in diesem Fall ist die gesamte Pflanze giftig für Ihr Pferd. Die Symptome einer Vergiftung sind Schleimhautreizung, Erregung und später Lähmungen. Es kam bereits zu Todesfällen bei Pferden, es wurde festgestellt, dass sich bei den toten Pferden Flüssigkeiten im Abdomen und Thorax angesammelt hatten. [4]

Johanniskraut „Hypericum perforatum / maculatum

giftige Pflanzen für PferdeJohanniskraut ist nur von geringer Toxizität – trotzdem gehört es nicht in Ihr Pferd.

Auch in diesem Fall ist die gesamte Pflanze giftig und es kann zu krustösen Hautveränderungen kommen. Es gibt bislang wenig fundiertes wissenschaftliches Wissen über die Giftwirkung des Johanniskrauts.

Kreuzkraut „Senecio ssp.

Giftpflanze PferdDas Kreuzkraut zählt zu den für Pferde sehr giftigen Pflanzen.

Auch hier ist die gesamte Pflanze giftig für Ihr Pferd, besonders die Wurzeln. Nimmt Ihr Pferd Kreuzkraut auf hat dies Leberfunktionsstörungen, Abmagerung und Benommenheit zur Folge. Das Gift des Kreuzkrauts ist das Pyrrolizidin, es kann nach wenigen Tagen zum Tod führen. Die Pflanze wird von weidenden Pferden nicht aufgenommen, kann aber über das Raufutter in Ihr Pferd gelangen. Eine Ausnahme bildet das Jakobs-Kreuzkraut, welches nicht immer von den Pferden gemieden wird. Die Weiden sollten deshalb vor dem Auftrieb auf mögliche Giftpflanzen abgesucht werden. Durch regelmäßige Schnitte vor der Blüte kann der Kreuzkrautanteil auf Wiesen verringert werden. [5]

Die giftigsten Pflanzen für Pferde sind:

Buchsbaum „Buxus sempervirens

Eine Aufnahme von 750 Gramm von den Blättern oder der Rinde reicht, um tödlich zu wirken. Vergiftungssymptome sind Lähmungen und Koliken.

Eibe „Taxus baccata

Alle Pflanzenteile der Eibe sind höchst giftig, bereits eine Aufnahme von 150 Gramm führt zum Tod durch Atemlähmung. Vergiftungserscheinungen sind Bewegungs- und Kreislaufstörungen.

Seidelbast „Daphne mezereum

Am Seidelbast sind besonders die Rinde und die Beeren giftig, dennoch ist in der gesamten Pflanze das Gift enthalten. 30 Gramm der Rinde oder der Beeren wirken tödlich. Vergiftungssymptome sind Reizung der Schleimhäute, Kolik und Atemnot.

Eisenhut „Aconitum napellus / vulparia

Der Giftstoff des Eisenhuts heißt Aconitin, 10 – 12 Milligramm dieses Giftes sind tödlich für Ihr Pferd. Es kommt zu Koliken und Atemlähmungen.

Fingerhut „Digitalis lanata / lutea / purpurea

Die toxischen Stoffe befinden sich in Blätter und Samen. Eine Aufnahme von 25 Gramm der Blätter wirkt tödlich. Symptome sind Schleimhautreizungen und Herzrhythmusstörungen.

Schwarze Tollkirsche „Atropa belladonna

Auch hier ist Vorsicht geboten! Eine Aufnahme von 120 – 180 Gramm der Trockenmasse wirkt tödlich. Es kommt zu Erregung, Krämpfen und Atemlähmung.

Stechapfel „Datura stramonium

Eine Menge von 1,25 Kilogramm der Samen wirkt tödlich. Die gesamte Pflanze enthält den toxischen Stoff, der zu Unruhe, Schüttelkrämpfen und Lähmungen führen kann.

Pflanzen, bei denen sich Pferdebesitzer häufig unsicher sind:

Eiche „Quercus spp.“

giftige Pflanzen für PferdeAn Eicheln sind die unreifen Früchte, die Rinde und die jungen Blätter für Ihr Pferd giftig.

An der Eichel sind die unreifen Früchte, die Rinde und die jungen Blätter giftig für Ihr Pferd. Allerdings müssen hiervon große Mengen aufgenommen werden, um eine Vergiftung hervorzurufen. Vergiftungen treten also eher selten auf. Die Symptome einer Eichelvergiftung sind Durchfall, Harnverfärbung und Kolik. Ausgelöst werden die Symptome durch die Tannine der Pflanze [6].

Efeu „Hedera helix“

für Pferde giftige Pflanzen Efeu gilt als eine Pflanze, die für Ihr Pferd sehr giftig ist.
 

Efeu enthält Saponinen, die potenziell giftig sind. Efeu schmeckt bitter und kann die Mundschleimhaut reizen, dadurch werden von Ihrem Pferd auch keine großen Mengen an Efeu aufgenommen, selbst wenn das Futterangebot knapp sein sollte. Efeu ist also theoretisch giftig für Pferde, es gab aber noch keine dokumentierten Efeuvergiftungen beim Pferd [7].

Anzeichen auf die Sie achten sollten:

Sonnenbrand

Ein Sonnenbrand kann von Giftpflanzen mit fotosensibilisierenden Eigenschaften ausgelöst werden. Dies kann auf eine Vergiftung mit Johanniskraut oder Buchweizen hinweisen. Aber auch bestimmte Pilzsorten im Pferdefutter können einen Sonnenbrand verursachen. Es kann aber auch ein Hinweis auf eine Lebererkrankung sein. Klären Sie also ab, was die Ursache ist, bevor Sie Maßnahmen einleiten.

Haben Sie einen Sonnenbrand bei Ihrem Pferd festgestellt, dann sollten Sie das Raufutter auf für Pferde giftige Pflanzen untersuchen. Durch eine zusätzliche Gabe von Zink 1 – 2 mg/kg Körpermasse am Tag und eine ausgeglichene Versorgung mit Vitamin A können Sie den Heilungsprozess unterstützen.

Fazit

Sind Sie sich nicht sicher, ob sich auf Ihren Weiden giftige Pflanzen für Ihr Pferd befinden, dann lassen Sie dies bitte überprüfen! Gerne bin ich Ihnen dabei behilflich.

Gibt es Futter? Aber bitte ohne Giftpflanzen!​

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