Husten beim Pferd – wenn das Futter schuld ist!
Husten Pferde, dann kann Ihr Futter schuld sein. Hygienische Mängel können allergische Reaktionen und Husten bei Ihrem Pferd auslösen.

Husten beim Pferd – wenn das Futter schuld ist!

Hustet dein Pferd? Dann ist Vorsicht geboten! Pferde haben einen sehr empfindlichen Atmungsapperat und es kann schnell chronischer Husten entstehen. In einigen Fällen ist das Futter der Auslöser für den Husten. Im folgenden Artikel erfahren Sie, worauf Sie achten müssen, um Husten zu vermeiden!

Allgemeine Fakten zum Verderb

Der Husten kann durch den Verderb deiner Futtermittel entstanden sein! Dies geschieht durch Vorratsschädlinge oder Mikroorganismen.

Husten Pferd milben Bakterien können Futtermittel kontaminieren und zum Verderb führen!

Feuchtigkeit, der Auslöser allen Übels

Werden Pferdefuttermittel nicht ausreichend trocken gelagert, saugt sich das Wasser in das Futter. Es wird dann von Mikroorganismen befallen und verdirbt. Deswegen ist es auch so wichtig, dass das Heu genügend getrocknet wird, bevor die Ballen gepresst werden. Aus dem eng gepressten Ballen kann die Feuchtigkeit nämlich nur sehr schlecht entweichen, sodass Schimmelpilze hier ein geeignetes zu Hause finden.

Bitte zu lassen!

Bei Heulagen ist darauf zu achten, dass die äußere Folie unbeschadet ist! Sonst kann Luft eintreten und das anaerobe Milieu innerhalb des Ballens wird geschädigt. Es kann dann schnell zum Verderb kommen. Heulageballen sollest du deshalb nach der Öffnung schnellst möglich verfüttern.

Husten Pferd milben Die Folie von Heulageballen muss unbeschädigt bleiben!

Schädlinge, die du kennen solltest!

  • Milben ➞ zeigen den Verderb eines Futtermittels an. Dein Pferd verweigert oder reduziert die Aufnahme des Futters. ❌ Es kann zu allergischen Reaktionen wie Husten kommen. [1]

Husten Pferd milben Die Milbe ist ein Vorratsschädling.

  • Schimmelpilze Sie können sich im Atmungs- und Verdauungstrakt deines Pferdes ansiedeln, dadurch kommt es zu Atembeschwerden und Husten. Auch allergische Reaktionen sind möglich. Die Toxine des Schimmelpilzes können zu Verdauungsstörungen führen! ❌ Folgen sind Leber- und Nierenschäden, aber auch Hufrehe.
  • Hefen Sie führen bei deinem Pferd zu Aufgasungen. Die Folge ist eine Kolik.
  • Bakterien Je nach Bakteriensorte kommt es zu Verdauungsstörungen, Koliken und Leberstörungen. Es gibt einige Bakterien, die Toxine abgeben und sogar zum Tod des Pferdes führen können. Pathogene Bakterien sind z. B. Clostridien und Salmonellen. Zu nennen ist hier Botulismus, eine Erkrankung, die durch Clostridium botulinum verursacht wird. Botulismustoxine können über Kadavar verbreitet werden. Wenn diese mit in den Heu- oder Heulageballen gerollt werden.

Husten Pferd Milben Salmonellen gehören definitiv nicht in dein Pferd!

  • Insekten Hierzu zählen Motten oder Käfer. Sie können einen Verderb anzeigen oder selbst das Futter mechanisch schädigen. Die Nährstoffe gehen verloren, da sie von den Schädlingen aufgenommen werden.

Husten Pferd Milben Motten können den Verderb von Futtermitteln anzeigen.

Nicht alle Bakterien sind schlecht

Wir sind umgeben von Bakterien und Hefen, aber nicht alle davon haben negative Wirkungen auf uns. Im Gegenteil, einige benötigen wir sogar. Wie z. B. die Bakterien in unserem Verdauungstrakt. Das gleiche gilt bei unseren Pferden. Es kommt auf die Keimart und die Keimzahl an. So gibt es ja auch Bierhefe, die du an dein Pferd füttern kannst. Sie hat sogar viele positive Eigenschaften auf dein Pferd.

Verdorbenes Futter, was nun?

Verdorbenes Futter solltest du nicht verfüttern. Es kann bei deinem Pferden Husten oder Erkrankungen am Verdauungsapparat auslösen. Verdorbenes Futter lässt sich meist optisch gut erkennen. Zusätzlich kannst du es auch über den Geruch erkennen. Heu- oder Heulageballen können teilweise gerettet werden, indem du die befallenen Stellen großzügig entfernst. Häufig wird verdorbenes Pferdefutter von den Tieren auch abgelehnt und nicht verzehrt. Steht allerdings wenig Futter zu Verfügung wird eventuell auch das verdorbene Futter aufgenommen. Ganz nach dem Motto:  In der Not frisst der Teufel Fliegen!

Wie kann ich mich schützen?

Die Lagerung ist das A und O! Dein Futter sollte trocken gelagert werden, damit keine Feuchtigkeit an das Futter gelangt. Die Heulagerung wurde bereits in dem Artikel über Heunetze beschrieben. Zusätzlich solltest du Kraftfutter in geschlossenen Behältern lagern, damit keine Insekten und Schadnager Zugang haben.

Husten Pferd milben
So nicht! Das Futter ist zwar auf einer Palette gelagert, sodass von unten keine Feuchtigkeit an das Futter kommt, ❌ aber das Futter ist unverschlossen und Schädlinge können eindringen!
 

Staub – der Feind, der Pferdelungen

Viele der Futtermittel, die du deinem Pferd fütterst sind  staubreich. Bei Heu solltest du darauf achten, dass es nicht zu staubig ist. Ansonsten solltest du das Heu anfeuchten. Angefeuchtetes Heu musst du allerdings zeitnah verfüttern, da es ansonsten schimmelt. Ein Vorteil bieten hier Heulagen [2], die aufgrund ihres höheren Wasseranteil den Staub besser binden. Stroh von guter Qualität ist staubarm, allerdings ist es nicht immer ganz leicht qualitativ hochwertiges Stroh zu finden. Stattdessen eignet sich dann ein Späneeinstreu. Aber auch das Kraftfutter staubt, besonders mechanisch bearbeitetes Getreide und Konzentrate. Hier lässt sich der Staub gut durch ein Öl / Wasser binden [3]. Zudem besteht auch die Möglichkeit, das Getreide zu reinigen [4].

Husten Pferd milben

Staub gefährdet die Lungen deines Pferdes, enthält Keime.
 

Aber warum ist Staub so gefährlich?

Der Staub im Pferdestall besteht aus organischem Material, an den Bakterien, bakterielle Toxine, Pilz-Toxine und Sporen gebunden sein können. Unter anderem befinden sich im Staub auch Sporen, Urin und Pollen [4]. Wenn der Staub nun in die Lungen deines Pferdes gelangt, dann tuen es auch diese Keime. Der Husten wird dann durch diese ausgelöst. Darum sollte es in der Umgebung deinesPferdes so wenig wie möglich stauben! Umso kleiner die Staubartikel sind desto größer ist die Gefahr für dein Pferd [4]. Staub kann nicht nur zu Husten führen, sondern auch zu schwerwiegenderen Erkrankungen wie COPD.

Vorbeugende Maßnahmen

Vorbeugen kannst du in dem der Stall immer ordentlich gelüftet und für häufigen Luftaustausch gesorgt wird. Häufig sehe ich geschlossene Fenster im Winter, dies hilft vielleicht den frierenden Menschen, aber bestimmt nicht den Pferden. Für diese ist frische Luft so unglaublich wichtig für die Gesunderhaltung. Staubreiche Arbeiten, wie einstreuen sollten stattfinden, wenn die Pferde draußen sind. Zusätzlich solltest du vor dem fegen mit einer Gießkanne etwas Wasser verteilen, dadurch wird der Staub reduziert.

Und wenn das Pferd bereits hustet?

Hustet dein Pferd bereits? Dann solltest du zunächst einen Tierarzt konsultieren. Dieser kann dir bei der Ursachenforschung helfen und feststellen, ob es sich bereits um eine chronische Lungenerkrankung handelt. Alternativ kannst du die Symptome mit Kräutern lindern. Allerdings solltest du auch die Ursache finden und in Zukunft vermeiden. Ist dein Pferd  bereits chronisch krank, solltest du es auf Späne umstellen. Beachte dabei die Anpassung der Fütterung! Denn dein Pferd kann nun sein Einstreu nicht mehr als Nahrung aufnehmen. Zusätzlich solltest du anstelle von Heu Heulage füttern oder aber das Heu vor dem verfüttern 5 – 10 Minuten in Wasser tauchen. In dieser Zeit wird ein Großteil des Staubes ausgewaschen ohne das zu viele Kohlenhydrate und Mineralien ausgewaschen werden. An Kraftfutter solltest du pelletierte Futtermittel bevorzugen, da diese staubärmer sind. Mit Hilfe von Öl und Wasser kannst du den Staub im Kraftfutter binden. Eine Aufnahme des Futters im Freien und vom Boden wirkt sich ebenfalls positiv aus.

Husten Pferd MilbenBei länger anhaltendem Husten sollten Sie Ihren Tierarzt kontaktieren.

So passen Sie die Fütterung an!

Wenn dein Pferd an chronisch-allergischen Husten leidet, solltest du die Zufuhr an Vitamin A, Vitamin E, Vitamin C und Selen erhöhen. Die Fütterung von bestimmten Kräutern kann hier auch unterstützend wirken. Gerne berate ich dich bei der Fütterung.

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