Muskelaufbau und Proteinbedarf bei Pferden
Unterstützen Sie den Muskelaufbau durch das für Ihr Pferd passende Pferdefutter.

Muskelaufbau und Proteinbedarf bei Pferden

Dein Pferd hat Probleme Muskeln aufzubauen oder baut in letzter Zeit an Muskulatur ab? Es liegt außerdem nicht an einem unpassendem Sattel. Dann kannst du durch die richtige Fütterung den Muskelaufbau fördern. Hier erhaltst du wertvolle Tipps, die du unbedingt beachten solltest!

Proteine und ihre Bedeutung beim Muskelaufbau

Der Hauptbestandteil des Körpers sind Eiweiße. Dein Pferd besteht zu 17 – 19 % aus Proteinen, die Hälfte davon befindet sich in den Muskeln. Deswegen sind Proteine essenziell für den Muskelaufbau. Hohe Gehalte an Protein findest du in Futtermitteln wie Sojaextraktionsschrot und Bierhefe. Luzerne–Heu enthält mehr Protein als normales Wiesenheu. Um den Muskelaufbau zu unterstützen, solltest du Proteinquellen wählen, die leicht verdaulich sind und eine hohe biologische Wertigkeit aufweisen. Ansonsten wird die Verstoffwechselung erschwert und die angefallenen Proteine müssen durch die Leber abgebaut und über den Harn abgegeben werden. Dieser Prozess kostet Energie und belastet die Nieren deines Pferdes.

  • Der Körper ist bei einer Proteinüberversorgung stark belastet!
  • ➡️ Es gilt: Klasse statt Masse bei der Proteinfütterung

Beim Muskelaufbau kommt es auf die Proteinverdaulichkeit an

Die Proteinverdauung beginnt im Magen mit der Hydrolyse des Futterproteins durch das Enzym Pepsin. Im Dünndarm absorbiert Ihr Pferd dann die entstandenen Aminosäuren. Allerdings können vom zellwandreichen Futtermitteln (Grobfutter, Gras) nur rund 30 % absorbiert werden. Denn die Zellwand wird erst im Dickdarm zerstört, sodass dein Pferd die Proteine vorher nicht absorbieren kann. Diese Proteine stehen deinem Pferd dann nicht mehr zur Verfügung, da es Aminosäuren im Dickdarm nicht mehr absorbieren kann. Vom Getreide kann das Pferd allerdings 60 – 90 % des Proteins bereits im Dünndarm absorbieren. Als Proteinquellen sollten Sie deshalb Futtermittel beim Muskelaufbau verwenden, die im Dünndarm absorbiert werden. ❌ Achtung bei der Getreidefütterung!

  • Zur Unterstützung des Muskelaufbaus Getreide füttern

Muskelaufbau Pferd Hafer Hafer ist ein guter Energie- und Proteinlieferant. Du solltest ihn dennoch überlegt einsetzen, da er in großen Mengen gesundheitsschädlich ist.

Aminosäuren – Die Proteinbausteine

Mit Hilfe von Aminosäuren werden die Proteine aufgebaut. Wichtig ist für den Muskelaufbau, dass du die Versorgung essenzieller Aminosäuren gewährleistest. Die Balance zwischen essenziellen und nicht essenziellen Aminosäuren ist besser im Grobfutter als im Getreide. Allerdings wissen wir ja bereits, dass das Pferd Proteine aus dem Grobfutter nur in geringen Mengen absorbieren kann. Hier eignet sich der Einsatz von Bierhefe, diese ist reich an essenziellen hochverdaulichen Aminosäuren.

Der Aminosäurenkreislauf

Das Protein im Pferd wird laufend erneuert. Dafür wird ein Teil des Proteins in Aminosäuren abgebaut. Diese werden verwendet, um neue Proteine aufzubauen. Hierfür ist dein Pferd zusätzlich auch auf die Zufuhr von neuen Aminosäuren über das Futter angewiesen. Täglich synthetisiert ein 500 kg Pferd 1600 g Protein. Die Proteinsynthese wird von anabolen und katabolen Hormonen kontrolliert. Der Stoffwechsel des Proteinaufbaus wird als anabole Abläufe bezeichnet, umgekehrt die katabolen als Proteinabbau.

  1. Aufnahme einer (proteinreichen) Mahlzeit
  2. Konzentrationsanstieg der Aminosäuren im Blut
  3. nicht verwendete Aminosäuren werden oxidiert oder für die Zuckersynthese verwendet
  4. oder zu Harnstoff umgewandelt in der Leber
  5. Harnstoffexkretion über die Nieren in den Urin
  6. 2/3 des Harnstoffes gelangt zurück in den Dickdarm => Bakterien bauen es zu Aminosäuren oder Ammoniak um, nutzen diese aber auch größtenteils selbst.

Muskelaufbau Pferd Mit dem passenden Pferdefutter unterstützt du den Muskelaufbau und sorgst für einen kraftvollen Auftritt deines Pferdes.

Welche Proteine sind für den Muskelaufbau wichtig?

Die Proteine Kollagen und Myosin kommen am häufigsten im Muskel vor. Beide Proteine gehören zu den sogenannten Strukturproteinen. Myosin besteht aus sechs Aminosäurenketten, es kommt in unterschiedlichen Formen vor, je nachdem in welchen Muskeltyp es sich befindet. Es gibt Muskeln, die für die Ausdauer zuständig sind und solche für kurze kräftige Bewegungen. Während der Beanspruchung von Muskeln sinkt der pH-Wert durch die Bildung von Laktat. Myosin dient dabei als Puffer, um den pH-Wert nicht zu tief absinken zu lassen und ist außerdem für die Muskelkontraktion verantwortlich.

Muskelaufbau durch Proteinfütterung unterstützen

Das wichtigste beim Muskelaufbau ist das Gleichgewicht zwischen anabolen und katabolen Faktoren[1]. Durch die Proteinfütterung kannst du die anabolen Prozesse unterstützen. Fütterst du allerdings deutlich mehr Protein als dein Pferd benötigt, werden die katabolen Prozesse angeregt, da deinPferd überschüssiges Protein wieder abbauen muss. Für den Muskelaufbau solltest du vor allem essenziellen Aminosäuren mit dem Pferdefutter zufüttern, damit sich deren Gehalt im Blutplasma erhöht. Auch der Fütterungszeitpunkt hat Einfluss auf den Muskelaufbau, vor allem sollten Sie Proteine vor oder nach dem Training zufüttern. Auch Glucose (Zucker) hat auf den Muskelaufbau Einfluss, da es den Muskel mit Energie versorgt und bei einer Haferfütterung die Glykogenreserven nach dem Training schneller wieder aufgefüllt werden können als durch Heu [2]. Zusätzlich kann der Muskel bei fettreicher Fütterung mehr Glykogen freigesetzen und gespeichern [3]. Auch sollte die Absorptionsrate der Proteine, die du fütterst hoch sein, wie z. B. bei Bierhefe. Merk dir also für den Muskelaufbau:

  • Essenzielle Aminosäuren füttern
  • Aminosäuren füttern, die leicht verfügbar sind
  • Glucose zur Unterstützung der Energieversorgung
  • Fett für die Glykogenfreisetzung und -speicherung

Muss es denn immer Getreide sein?

Nein, muss es nicht! Einige Pferde haben Probleme mit der Haferfütterung. Um bei diesen den Muskelaufbau zu fördern solltest du ein proteinreiches Heu füttern. Es sollte sich deshalb, um Heu aus einem frühen ersten oder zweiten Schnitt handeln. Denn dann ist der Anteil an Rohfaser am geringsten und somit der Energie- und Proteingehalt am höchsten. Natürlich sollte das Heu zusätzlich von guter Qualität sein, denn einhergehend mit Qualitätsverlusten sind ein geringerer Anteil an Energie und Protein im Heu. Ebenfalls ein guter Proteinlieferant ist Luzerne. Diese kann dem Pferd zusätzlich gefüttert werden und hat zusätzlich den Vorteil, dass es die Futteraufnahmezeit verlängert.

Das steigert den Proteinbedarf deines Pferdes!

Der Bedarf an verdaulichem Protein bei deinem Pferd (500 kg) im Erhaltungsbedarf liegt bei 318 Gramm pro Tag. Dieser Bedarf ist schnell durch die Aufnahme an Heu getilgt. Der Bedarf steigt um ca. 51 % bei Arbeitsbelastung und beim Wachstum an. Dabei lässt sich ein linearer Anstieg des Proteinbedarfes mit zunehmendem Arbeitslevel feststellen. Während der Trächtigkeit steigt der Bedarf (besonders in den letzten Monaten) um 76 % an. Bei der Laktation steigt der Bedarf sogar um 144 % an. Die Proteine werden über die Milch an das Fohlen abgegeben und unterstützen dessen Wachstum. Hier ist der Bedarf an Protein für das Jungpferd im dritten bis vierten Lebensmonat am größten und nimmt dann nahezu konstant mit zunehmendem Alter ab. Das Pferdefutter musst du dementsprechend anpassen und fortlaufend verändern. Habst du ein dreijähriges Pferd, welches angeritten wird, musst du sowohl Protein für das Wachstum als auch für den Muskelaufbau bereitstellen.

Muskelaufbau pferd Gibt deine Stute Milch erhöht sich ihr Bedarf an Protein. Den Großteil davon gibt sie über die Milch an ihr Fohlen weiter.

Proteinmangel und -fütterung bei bestimmten Erkrankungen

Die Symptome von Proteinmangel sind Gewichtsverlust und Reproduktionsstörungen. Bei starkem Mangel kommt es zu trockenen brüchigen Fell und Haaren und zur Verhornung der Haut. Die Infektionsgefahr steigt ebenfalls an. Bei jungen Pferd führt es zusätzlich zu Entwicklungsstörungen. Dennoch ist ein Proteinmangel (außer bei laktierenden Stuten) bei Pferden sehr selten!

Bei chronischer Insuffizienz des Dünndarms solltest du Protein füttern, das im Dünndarm schnell und leicht verdaut wird. Bei chronischen Leberfunktionsschäden sieht es ähnlich aus, zudem solltest du eine mittlere Proteinzufuhr anstreben. Anders sieht es bei chronischen Niereninsuffizienzen aus, hier solltest du soweit wie möglich auf das füttern von Protein verzichten. Bei Fragen zu speziellen Erkrankungen schreiben Sie mich gerne an.

Fazit – Fütterung allein reicht nicht

Wie viel Protein du füttern solltest hängt davon ab, wie dein Pferd geritten wird. Wichtig ist, dass das Protein im Dünndarm leicht absorbiert werden kann. Auch die Mineralstofffütterung hat positive Effekte auf den Muskelaufbau. Wenn du den genauen Bedarf deines Pferdes kennen willst, stehe ich dir in Form einer Rationsberechnung zur Seite. Zudem hat natürlich das Training selbst einen großen Einfluss auf den Muskelaufbau. Während des Reitens sind im Pferd katabole Prozesse aktiv, deswegen ist es für den Muskelaufbau wichtig Trainingspausen einzulegen. Je nachdem, wie du während des Muskelaufbaus reitest, hat dies Einfluss auf die Dauer bis sich der Muskel entwickelt. Zudem hängt dies auch von genetischen Faktoren deines Pferdes ab. Mit Zusatzfutter lässt sich dieser Prozess lediglich unterstützen.

muskelaufbau pferd
Kraft und Ausdruck durch passende Proteinfütterung fördern.

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